Dänemark eröffnet CO²-Speicher im Meeresboden

Im September eröffnete in Dänemark der erste CO²-Speicher im Meeresgrund in der EU, in dem im industriellen Maßstab Kohlendioxid gelagert werden kann. Im dänischen Esbjerg sollen künftig bis zu 400.000 Tonnen CO² pro Jahr dauerhaft im Meeresgrund gespeichert werden. Die Technologie nennt sich Carbon Capture and Storage (CCS) und könnte einen entscheidenden Beitrag zur Klimaneutralität leisten. Sie ermöglicht es, Kohlendioxid beispielsweise bei Industrieprozessen abzufangen und anschließend unterirdisch dauerhaft zu binden.

Laut Experten ist die Methode sicher, Umweltschützende sehen sie jedoch kritisch und fürchten, sie könnte die Motivation mindern, Emissionen an der Quelle zu reduzieren. Die deutsche Bundesregierung sieht in der CCS-Technologie eine Chance für den Umgang mit schwer vermeidbaren Emissionen, wie etwa aus der Zementindustrie.

Theoretisch verfügt die Speicheranlage in Dänemark über genug Kapazitäten, um vier bis acht Millionen Tonnen CO² pro Jahr zu lagern. Das sei jedoch „unfassbar wenig“, so Energie-Experte Brian Van Mathiesen, gemessen an den Emissionen, die Europa jährlich ausstößt. In Deutschland belief sich die Zahl 2025 auf 650 Millionen. Um Klimaneutralität erreichen zu können, sei es also notwendig, Wege der CO²-Lagerung zu erschließen. Aktuell sei die CCS-Technologie jedoch häufig mit großen finanziellen Hürden verbunden.

Die Diskrepanz zwischen den Mengen an Kohlendioxid, die wir aktuell lagern können, und den Mengen, die es zu lagern gälte, macht eins deutlich: Wenn wir Klimaneutralität umsetzen wollen, muss das Reduzieren von CO²-Emissionen an der Quelle ebenfalls zur Priorität werden.

[„Auch Dänen speichern Kohlendioxid“; Kölner Stadtanzeiger; 19.09.2026]