Erfolgreiche Strategien für auto-arme Innenstädte
Eine neue Untersuchung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt, was es braucht, um erfolgreich verkehrsreduzierte Innenstädte zu schaffen. Unter Einbeziehung von Metropolen wie Paris bis hin zu Mittelstädten wie Villach in Österreich wurde ermittelt, welche Strategien zur Begrenzung des Autoverkehrs effizient wirken können.
Vier Aspekte stellten sich dabei als relevant heraus:
- Aufwertung von Wohn- und Innenstadtbereichen: Vor allem in Städten, in denen sich der Autoverkehr spürbar negativ auf die Lebensqualität auswirkt, rücken Maßnahmen in den Vordergrund, die für mehr Aufenthaltsqualität sorgen sollen, wie beispielsweise Schulstraßen, Fußgängerzonen oder öffentliche Aufenthaltsbereiche.
- Parkraummanagement: Städteübergreifend eins der effektivsten Instrumente; Entscheidend ist die Kombination aus Reduzierung zentral gelegener Parkplätze und Schaffen von Alternativen wie beispielsweise Parkhäusern oder kostenfreien Stellplätze außerhalb der Innenstadt.
- Ausbau und Priorisierung des ÖPNV: Wirksam ist die Entwicklung des ÖPNV zu einer tragfähigen Auto-Alternative. Dafür braucht es Qualität, Verlässlichkeit, dichtere Taktung und Ausbaumaßnahmen. Auch in kleineren Städten erwies sich dieses Instrument als relevant.
- Stärkung des Rad- und Fußverkehrs: Eine attraktive Gestaltung des Rad- und Fußverkehrs durch Flächenumverteilung kommt der Begrenzung des Autoverkehrs ebenfalls zugute. Ausgebaute Radwegenetze, sichere Querungen und klare Orientierung sorgen dafür, dass Menschen lieber zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren.
Im Allgemeinen zeichnet sich ab, dass die verkehrsberuhigte Innenstadt dort funktioniert, wo Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft ein klares gemeinsames Ziel verfolgen und auch konsequent umsetzen. Des Weiteren zeigt die Untersuchung, dass Verbesserungen des Mobilitätsangebots nicht ausreichen, um spürbare Veränderungen zu erzeugen. Dafür bedarf es eines Umbaus des Straßenraums und einer tatsächlichen Begrenzung des motorisierten Individualverkehrs.
Maßnahmen wie Tempolimits, Parkraumbewirtschaftung, Fahrspurabbau oder Durchfahrtsbeschränkungen seien „keine Nebeneffekte, sondern notwendige Bestandteile erfolgreicher Strategien“. Es brauche Pull- (attraktive Auto-Alternativen) sowie Push-Maßnahmen (Einschränkungen im Autoverkehr). Ersichtlich sei dies an Städten wie Paris oder Pontevedra in Spanien.
Eine hohe Wichtigkeit misst das BBSR ebenfalls einer positiven und transparenten Kommunikation bei, sodass Akzeptanz erhöht und der Nutzen für die Stadtbewohnenden im Alltag ins Zentrum der Diskussion gerückt werden kann.
[Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung; 21.01.2026; „Weniger Autoverkehr, mehr Stadt“]



storyset.com
storyset.com