Neue Daten zum Kölner Wohnungsmarkt: Die Marktlage spitzt sich zu

Neue Zahlen der Stadt Köln zum Kölner Wohnungsmarkt zeigen: Die Marktlage spitzt sich weiter zu. Der Kölner Stadtanzeiger berichtet.

Kölner Wohnungen sind im Vergleich zum Bundesdurchschnitt klein und teuer. Die überwiegende Mehrzahl der Kölner*innen lebt in Mehrfamilienhäusern, nur ein Sechstel wohnt in Ein- oder Zweifamilienhäusern. Insgesamt wurden 2024 573.221 Haushalte in Köln gezählt, etwas mehr als im Vorjahr. Der Anstieg ist einerseits auf den leichten Einwohnendenzuwachs zurückzuführen, andererseits darauf, dass in einer Wohnung immer weniger Menschen leben.

Über die Hälfte der Kölner*innen lebt allein (51,9%) – für eine Großstadt nicht ungewöhnlich. Durchschnittlich wohnen 1,86 Menschen in einer Kölner Wohnung. Im Bundesschnitt sind es rund 2. Ein weiteres Viertel der Bevölkerung lebt in Zwei-Personen-Haushalten. Die Stadt rechnet damit, dass es bis 2045 6,7 Prozent mehr Ein-Personen-Haushalte sowie 2,5 Prozent mehr Zwei-Personen-Haushalte geben wird. Daraus ergeben sich 6,1 Prozent weniger Haushalte mit Kindern – 96.200 Familien weniger in Köln.

Wohnungen werden immer teurer. Viele Menschen können nicht für mehr Raum bezahlen, als sie unbedingt benötigen. So lebt der bzw. die Durchschnittskölner*in auf rund 40 Quadratmetern pro Kopf und hat somit etwa einen Raum weniger zur Verfügung als der Bundesdurchschnitt hergibt (rund 49%). Diese Differenz ist logisch in Anbetracht dessen, dass die meisten Kölner*innen in Mehrfamilienhäusern leben. Auch im Neubau liegt der Fokus auf Mehrfamilienhäusern, da ausreichend Platz für mehr und mehr Einwohnende geschaffen werden muss. „Wer eine eigene Burg möchte – ein alleinstehendes Haus mit einem hohen Zaun drumherum – ist in Köln falsch“, so Sozialdezernent Harald Rau (Grüne). Die Wohnungsgröße beträgt in Köln durchschnittlich 77,23 Quadratmeter.

Auch im NRW-Vergleich sind die Mieten in Köln sehr hoch. Die Kölner*innen zahlten 2023 im Durchschnitt 32,5 Prozent ihres Haushaltseinkommen für die Kaltmiete. Die Zahl der verfügbaren öffentlichen Wohnungen, auf die viele Menschen und Familien mit niedrigeren Einkommen angewiesen sind, sinkt weiter. Im Jahr 2024 betrug die Zahl der öffentlich geförderten Wohnungen in Köln 40.000. Laut Prognosen sollen es in zehn Jahren nur noch 30.000 sein.

Darüber hinaus werden viel zu wenige Wohnungen fertiggestellt. Nachdem die Stadt Köln bisher von 1.819 neuen Wohnungen 2024 berichtet hatte, dem niedrigsten Wert seit 1990, stellt sich nun heraus, dass nach Abzug der weggefallenen Wohnungen nur 1.547 Wohnungen fertiggestellt wurden. Wenig Wohnungswechsel und ein geringer und sinkender Leerstand (0,23%) belasten den Kölner Wohnungsmarkt zusätzlich.

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