Umweltschutz in der Landwirtschaft – Agrarpolitik braucht Mittel
Die spürbaren Folgen des Klimawandels stellen landwirtschaftliche Betriebe vor große Herausforderungen. Gleichzeitig bietet die Landwirtschaft ein immenses Potenzial zur Umsetzung von Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen. Um dieses auszuschöpfen, bedarf es ausreichender Unterstützung.
Die aktuell in der EU geltende gemeinsame Agrarpolitik (GAP) finanziert den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz im Agrarsektor mit rund zwei Milliarden Euro pro Jahr und ermöglichte deutliche Verbesserungen in den letzten Jahren. Ein nun vorliegender Entwurf der EU-Kommission für die Agrarförderung zwischen 2028 und 2034 sieht eine Zusammenlegung verschiedener Fonds in einen großen Topf für mehrere Politikbereiche vor, darunter auch die GAP. Anders als bislang gültig ist darüber hinaus weder ein Mindestanteil für Umweltschutzmaßnahmen in der Agrarpolitik noch eine Regelung für EU-weite Umweltstandards geplant – ein deutlicher Rückschritt.
Bundesumweltminister Carsten Schneider und Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sprachen sich im Januar im Rahmen des jährlichen Agrarkongress des Bundesministeriums für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz für eine eigenständige gemeinsame Agrarpolitik aus. Schneider betont, es brauche ein angemessenes Honorar für Landwirte, EU-weite Mindeststandards sowie einen Mindestanteil für das Agrarbudget und eine stärkere Berücksichtigung regionaler Bedingungen und Strukturen.
„Wir setzen uns für eine GAP ein, die sich an der Realität auf den Höfen orientiert“, so Rainer. Die gemeinsame Agrarpolitik sei ein Grundpfeiler der europäischen Einigung und müsse deshalb als eigenständiger Politikbereich erhalten bleiben.
„[…] Umweltschutz und Landwirtschaft sind aufeinander angewiesen. Erfolgreicher Umweltschutz gelingt nur gemeinsam mit der Landwirtschaft, denn die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Umgekehrt brauchen auch die Landwirte langfristig intakte Natur, gesunde Böden und ein stabiles, erträgliches Klima, um ihre Ernten zu sichern“, so Carsten Schneider.
Beide werben für faire Wettbewerbsbedingungen im Landwirtschaftssektor und für stärkere Anreize für Engagement im Natur- und Klimaschutz.
[Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit; 13.01.2026; „Schneider und Rainer: Umweltschutz muss sich für Landwirte lohnen]



Unsplash/James Armes
storyset.com