Wirtschaftsstandort Köln 2024: Bilanz der Köln-Business
Die städtische Wirtschaftsförderung Köln-Business hat im Juli die Bilanz zur Kölner Wirtschaft im Jahr 2024 gezogen. Aus dieser wird deutlich, in welchen Bereichen Köln erfolgreich ist, aber auch, wodurch die Kölner Wirtschaft ausgebremst wird. 2024 hatten in Köln mehr Menschen Arbeit als je zuvor; die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg auf 633.900 an. Unter den größten deutschen Städten liegt Köln damit gemeinsam mit Frankfurt an der Spitze, gefolgt von Leipzig und Düsseldorf. Allerdings ist die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls um 4,2% gestiegen. Die Stadt Köln begründet diese Entwicklung mit der „fehlenden Übereinstimmung der Qualifikationsprofile der Kölner Beschäftigten mit den Anforderungsprofilen der angebotenen Stellen“ – Die Jobs gehen vor allem an Menschen, die neu nach Köln ziehen. Arbeitslose Kölner*innen seien schwerer zu vermitteln, über die Hälfte habe keine abgeschlossene Berufsausbildung.
In die Top 3 Wachstumsbranchen in Köln 2024 schafften es das Finanz-, Beratungs- und Versicherungswesen, die Gesundheitswirtschaft und der IT- und Kommunikationssektor. Insgesamt waren letztes Jahr 14.200 Menschen mehr im Dienstleistungssektor beschäftigt als zuvor. In der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie in der Produktion sind die Beschäftigtenzahlen jedoch gesunken; letzteres geht unter anderem darauf zurück, dass Ford seit 2018 etwa 8.500 Jobs in Köln allein gestrichen hat.
Auf der Liste der begehrtesten Standorte für Investoren und Unternehmen der „Financial Times“ schafft Köln es 2024 in die europaweite Top 10. 57 ausländische Firmen eröffneten einen Standort in Köln. Das Kölner Wirtschaftswachstum wird jedoch stark durch den Mangel an Gewerbeflächen ausgebremst – deutlich mehr Unternehmen würden zum Standort Köln wechseln wollen, fänden jedoch keine Fläche. Laut Köln-Business fehlen 500 Hektar Gewerbefläche bis 2046.
Daniel Attalah, Grüne des Online-Foto-Services Pixum in Köln mit 170 Mitarbeitern, kritisiert Politik und Verwaltung für die aktuelle Situation: „Hier läuft vieles nicht gut, wir haben eine bescheidene Stadtverwaltung, eine nicht-zukunftsorientiert handelnde OB und einen zu stark ideologisch handelnden Stadtrat“. Man gebe offensichtlich lieber eine Milliardensumme für die Oper aus, statt das Geld für dringend benötigte Investitionen zu nutzen, wie beispielsweise in die Digitalisierung der Verwaltung oder die Förderung von Start-Up-Unternehmen. Zudem würden verlängerte Wartezeiten durch die Verwaltung die Bedingungen für Unternehmen zusätzlich erschweren.